Q-Konzept

Aus der Mitte der Praxis klinischer Suchtkrankenhilfe hat sich im Jahr 2000 unsere Gesellschaft (deQus) gegründet, die sich die Entwicklung und Einrichtung eines Qualitätsmanagement-Systems in der Suchthilfe zum Ziel gesetzt hat. Das Angebot richtet sich an alle Einrichtungen der Suchthilfe.

  1. Die Notwendigkeit zur Einführung eines suchtspezifischen QM-Systems ergibt sich aus einer ethischen und gesellschaftlichen Verantwortung für die betroffenen Menschen, aus einem gesetzlichen Auftrag sowie aus den Erfordernissen eines wettbewerbsorientierten ‚Gesundheitsmarktes‘.
  2. Die Einrichtung des Qualitätsmanagements in der Suchttherapie ist eine Initiative des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss). Träger dieser Initiative ist die Deutsche Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Suchttherapie e.V. (deQus), die insbesondere die Organisationsgrundlage zur Umsetzung des einrichtungsbezogenen Qualitätsmanagements in den teilnehmenden Einrichtungen bereitstellt.
  3. Im Kontext einer komplexen Versorgungs- und Qualitätspolitik im Gesundheitswesen verwirklicht die deQus ein suchtspezifisches QM-System, das an den Strukturen, Vorgaben und Begrifflichkeiten der international anerkannten QM-Modelle (ISO 9000 und EFQM) orientiert ist.
  4. Das suchtspezifische QM-System ist langfristig auf Qualitätsentwicklung im Sinne eines ‚Total Quality Management‘ (TQM) in allen beteiligten Einrichtungen angelegt. Diesem Ziel dient die Erarbeitung eines Musterhandbuchs unter Berücksichtigung suchtspezifischer Leitlinien, Standards und Anforderungsprofile, ebenso wie die praxisnahe Schulung von Einrichtungsleitungen und Qualitätsbeauftragten sowie die Einleitung eines Zertifizierungsprozesses. Die Anforderungen und Erkenntnisse des Qualitätssicherungsprogrammes der Leistungsträger und der Dokumentationssysteme der Verbände werden in das QM-System integriert.
  5. Einrichtungen der Suchthilfe sind – zumal wenn sie in frei-gemeinnütziger und öffentlicher Trägerschaft sind – von spezifischen Leitbildern geprägt. Deshalb sind fachspezifische Qualitätsstrukturen und -kriterien auch unter ethischem Blickwinkel zu definieren und zu bewerten. Dies ist auch bei der Zertifizierung des jeweiligen QM-Systems zu berücksichtigen.
  6. Kooperation und Vernetzung sind unverzichtbare Bedingungen für ein erfolgreiches QM-Projekt. Die deQus arbeitet deshalb im Bereich des Qualitätsmanagements eng und partnerschaftlich mit externen Organisationen und Personen zusammen. Wichtige Kooperationspartner sind die Fach- und Trägerverbände sowie die Leistungsträger.
  7. Zentrale Bedeutung bei der Einrichtung eines suchtspezifischen Qualitätsmanagement-Systems haben die eigens benannten Qualitätsbeauftragten der teilnehmenden Einrichtungen. Sie werden in Lehrgängen der deQus geschult und in Workshops weitergebildet.
  8. Qualifizierung der Mitarbeitenden sowie Kooperation der teilnehmenden Einrichtungen untereinander sind Voraussetzung und Gewinn des QM-Systems. Besonderes Augenmerk wird der Akzeptanz des Systems durch Einrichtungsleitung und Mitarbeiterschaft geschenkt.
  9. Die zeitliche und ökonomische Belastung der teilnehmenden Einrichtungen ist möglichst gering zu halten. Bei der Bemessung des Beitragssatzes ist die Größe der Einrichtung zu berücksichtigen.
  10. Mit der Zertifizierung der einrichtungsbezogenen QM-Systeme in den Einrichtungen ist die erste Phase der Qualitätsentwicklung abgeschlossen. Der kontinuierliche Verbesserungsprozess ist damit in Gang gesetzt, wobei vornehmlich einrichtungsinterne Ressourcen zum Einsatz kommen.